Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

Finde die besten Sanitäre in deiner Nähe
>
Ratgeber-Übersicht
>
Sprinkleranlage: Wissenswertes über den Lebensretter

Sprinkleranlage: Wissenswertes über den Lebensretter

Die Folgen von Bränden sind oft verheerend, vor allem in privaten Räumen, Häusern und Wohnungen. Jährlich werden 60.000 Menschen durch Rauch und Feuer schwer verletzt. In Deutschland werden jährlich schätzungsweise 200.000 Brände mit Kosten in Milliardenhöhe verursacht. Die Vorbehalte gegen Brandmeldeanlagen sind allerdings noch recht gross und beruhen oft auf falschen Annahmen. Zudem ist oft nicht bekannt, dass die Auslösung einer Sprinkleranlage nicht durch Rauch, sondern durch die Temperatur verursacht wird.

Wie funktioniert der Brandschutz einer Sprinkleranlage?

Eine Sprinkleranlage gehört zu den stationären, permanent funktionierenden Sprühwasserlöschanlagen. Sicherheit und Schadenverhütung durch Sprinkler sind effektiver zu gewährleisten als durch Feuerlöscher, was die Brandrisiken deutlich reduziert. Das Löschwasser wird dabei durch fest installierte Rohrleitungen direkt zum Brandort geleitet und dort durch Sprinkler (Düsen) versprüht. Technisch gesehen handelt es sich also um Löschdüsen, die an ein Rohrleitungsnetz angeschlossen, das heisst mit Wasser verdampft und unter Druck gesetzt werden. Ähnlich wie bei einem Thermometer dehnt sich die Flüssigkeit bei steigender Temperatur aus und der Innendruck im geschlossenen Glaskörper steigt. Im Brandfall öffnen sich nur die Sprinkler, deren Temperatur den angegebenen Wert überschreitet. In der Regel reichen ein oder zwei Sprinkler aus, um den Brand zu löschen. Durch diesen sehr gezielten Einsatz von Löschwasser wird auch der Wasserschaden auf ein Minimum reduziert.

Wer erfand die Sprinkleranlage?

Der erste Sprinklerkopf wurde 1874 vom Klavierbauer Henry Parmelee entwickelt und patentiert. Die ersten Versuche, Brände in der Entstehungsphase zu bekämpfen, fanden in amerikanischen Webereien statt. Bereits 1723 gab es einen Wassertank. Ursprünglich waren die Wasseraustrittsdüsen mit einer Metallplatte verschlossen, die durch eine Vorrichtung, die mit einer Schmelzlotverbindung verbunden war, in Position gehalten wurde. Bei entsprechender Temperatur schmolz das Lot, die Haltevorrichtung gab die Metallplatte, die durch den Wasserdruck herausgedrückt wurde, und das Wasser frei.

Wann geht eine Sprinkleranlage los?

Die Sprinkler von Sprühwasserlöschanlagen werden durch Glas verschlossen, das als thermischer Sensor fungiert. Sie reagieren auf eine erhöhte Temperatur und sind damit ein effektives Mittel zum Brandschutz und zur Gewährleistung der Sicherheit. Wird diese sogenannte Auslösetemperatur überschritten, öffnen sich die Sprinkler und beginnen sofort mit der Löschung des Feuers. Sobald die Sicherheitstechnik ausgelöst wird, wird gleichzeitig die Feuerwehr alarmiert. Die nominale Öffnungstemperatur wird im Allgemeinen an die Umgebungstemperaturbedingungen angepasst. Je nach Einsatzgebiet reicht der Temperaturbereich von 57 Grad (hellrot) bis 340 Grad (blau-schwarz). Die Lösetemperatur hängt auch von der Grösse der eingeschlossenen Luftblase ab, das heisst mit zunehmender Grösse steigt die Lösetemperatur an, was durch die Farbe der Ampullenflüssigkeit angezeigt wird und im Durchschnitt etwa 30 Grad über der zu erwartenden Raumtemperatur liegt.

Wann wird eine Sprinkleranlage benötigt?

Im Falle eines Brandes spricht vieles für die Sprinklertechnik, aber insbesondere die hohen Anschaffungskosten sind ein Gegenargument. Bei hochwertigen Immobilien und Institutionen spricht der Schutz des Sachwertes im Haus durchaus für eine Sprinkleranlage, besonders wenn die betroffenen Gebäude im Brandfall nicht rechtzeitig für die Feuerwehr zugänglich sind. In jedem Fall ist die Technik für jeden nützlich, der weder Kosten noch Aufwand für seine Sicherheit scheut, um eine solche Anlage zu realisieren. In privaten Haushalten werden Sprinkleranlagen in der Regel nicht eingesetzt, da die Anschaffung oftmals zu teuer ist. Kosten für Wartung fallen ebenfalls an und sollten nicht vergessen werden. Der Brandschutz in den eigenen vier Wänden stand nach Angaben von Versicherungskreisen aber im Mittelpunkt einer vor einigen Jahren begonnenen Rauchmelderkampagne.

Wie erfolgt die Wartung und was ist bei der Sicherheit zu beachten?

Die Betreiber der jeweiligen Anlage sind verpflichtet, regelmässige Kontrollen und Wartung durchzuführen. Dazu gibt es in jedem Land entsprechende Richtlinien. Besonders wenn sich Rost in Düsen und Rohren abgesetzt hat, werden oft starke Säuren (zum Beispiel Salzsäure) verwendet, um ihn zu entfernen. Leider schädigen diese Säuren aber auch das gesunde Rohr und können sogar die Sprinklerdüsen beschädigen.

Wo werden Sprinkleranlagen bei Feuer eingesetzt?

Zu den klassischen Einsatzorten von Sprinkleranlagen gehören Hochhäuser, Geschäftshäuser, Kaufhäuser, Industrieanlagen, Versammlungsstätten und Tiefgaragen. Die Installation von Sprinkleranlagen ist in einigen Katastrophenfällen überlebenswichtig und wird daher oft von Behörden und Versicherungen gefordert. Immer mehr Industrie- und Lagerhallen, Hotels und Behörden setzen auf den Einbau von Sprinkleranlagen, um die entsprechenden Brandschutzanforderungen zu erfüllen. In privaten Haushalten oder in Alten- und Pflegeheimen werden Sprinkleranlagen bisher allerdings kaum eingesetzt. Problematisch ist der Einsatz einer Sprinkleranlage hingegen in Museen, Bibliotheken und Archiven. Auch hier ist das Löschmittel Wasser grundsätzlich bedenklich, da es unersetzliche Gegenstände beschädigen könnte.

Wie wird die Wasserversorgung des Löschwassers sichergestellt?

Die Versorgung des Rohrnetzes mit Wasser erfolgt in der Regel über einen Druckluftwasserbehälter, der bis zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Darüber befindet sich ein Druckluftpolster. Jeder zum Löschen vorgesehene Bereich wird normalerweise über eine separate Rohrleitung mit Wasser versorgt. Alarmventilstationen und Überwachungsgeräte stellen dabei ein effektives Regelungs- und Alarmsystem zur Sicherstellung der Wasserversorgung bereit.

Der Sanitärvergleich für die Schweiz. Finde die besten Sanitäre in deiner Nähe - mit Preisen und Bewertungen!

Das könnte dich auch interessieren

Umwälzpumpe – wichtige Haustechnik für jedes Zentralheizungssystem

Fast alle Zentralheizungssysteme der heutigen Haustechnik sind mit einer Umwälzpumpe ausgestattet. In einem komplexen Heizungssystem bildet sie ein kleines, aber sehr wichtiges Detail: Die Pumpe im Keller ist das Verbindungsglied zwischen dem Kessel und der Heizfläche. Allerdings sind Heizungspumpen oft die grössten heimlichen Stromfresser im Haushalt. Wie Umwälzpumpen funktionieren und wie du sie energiesparend einsetzt, erfährst du in diesem Artikel.

Lavabo-Unterschrank: Informationen und Tipps zu Arten und Montage

Zu jedem normalen Haushalt gehört ein Badezimmer. Es kann gross oder klein, mit Dusche oder Badewanne oder sogar einem Whirlpool ausgestattet sein – das ist Geschmacksache und eine Frage des Platzes. Was das Badezimmer aber immer haben sollte, ist ein Waschbecken, denn es ist nun einmal nicht besonders angenehm, sich in der Küche die Zähne zu putzen, zu schminken oder zu rasieren. Weil im Bad auch ziemlich viele Utensilien wie Handtücher, Kosmetika oder Reinigungsmittel zu finden sich, braucht es ausserdem Stauraum. Der Platz unter dem Lavabo bietet sich dafür sehr gut an.

Komfortlüftungsanlage – die wichtigsten Fragen zur modernen Lüftungstechnik

Ob im Einfamilienhaus oder in der eigenen Wohnung: Die Lüftung des Wohnraums spielt eine grosse Rolle für den eigenen Wohnkomfort. Die Herausforderung für viele Familien oder Paare: Während einige von uns bei offenem Fenster wunderbar schlafen können, empfinden es andere wiederum als zu kalt oder zu laut. Auch Luftverschmutzungen können das eigene Zuhause belasten, wenn die Fenster über eine längere Zeit offen bleiben. Hier kommen Komfortlüftungsanlagen ins Spiel. Wie die Technik funktioniert, welche Vor- und Nachteile sie hat und was du alles darüber wissen solltest, erfährst du in diesem Artikel.