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Abwasserrohre – Fragen und Antworten

Mit Abwasser und Sanitär beschäftigt man sich ungern. Doch spätestens, wenn der eigene Abfluss in Sanitäranlagen verstopft ist, muss sich jeder Hausbesitzer mit dem Thema befassen. Dabei ist die Abwasserentsorgung eine der wichtigsten Errungenschaften der modernen Gesellschaft und nur über ein gutes Abwasserleitungssystem zu gewährleisten. Stabile und gut leitende Abwasserrohre sind dabei ein essentieller Bestandteil. Erfahrene Heimwerker mit den richtigen Baustoffen können mit der passenden Anleitung grosse Bereiche an Abwasserrohren und Armaturen für das eigene Sanitär selbst verlegen, selbst unter Fliesen und dem Parkett – für die meisten ist der Handwerker aber sicherlich die richtige Wahl.

Wem gehört das Abwasserrohr?

Grundstücksanschlüsse sind die Leitungen vom Keller und dem Kanal zur Grundleitung im Kontrollschacht. In dieser Hinsicht ist das Abwasserrohr also sozusagen Privatsache, denn die Leitung vom Kanal zum Kontrollschacht ist nicht Teil des öffentlichen Abwassersystems.

Welchen Durchmesser hat ein Abwasserrohr?

Nach DIN 1986-100 sollten Grundrohre einen Durchmesser von mindestens zehn, vorzugsweise 15 Zentimeter haben. Für das Erdreich ist ein Durchmesser von 110 oder 125 Millimetern vorgesehen. Die gängigen Durchmesser im Haus sind:

  • Toiletten: 110 Millimeter
  • Badewannen: 50 bis 75 Millimeter
  • Waschbecken: 40 bis 50 Millimeter

Was die Länge angeht, sind Formstücke mit 25, 50, 100 und 200 Zentimetern Länge üblich.

Welche Abwasserrohre gibt es?

Das Kanalgrundrohr (KG oder KG-Abwasserrohr) ist der gängige Rohrtyp aus Kunststoff, der hauptsächlich für die Abwasserentsorgung im Boden von einem Gebäude in die öffentliche Kanalisation verwendet wird. Im Rahmen der Sanierung von Altrohrleitungen in Altbauten, die aus Stahlblech, Gusseisen oder Blei hergestellt wurden, gibt es im Bereich der KG-Abwasserrohre inzwischen eine breite Palette von Produkten wie Dichtungen und Formstücke, um die Rohre durch moderne Kunststoffrohre zu ersetzen. Kunststoffrohre werden aus Gründen der Nachhaltigkeit heute entweder aus PVC oder PP hergestellt. Sie gelten als formstabil, ungiftig und bruchsicher und sind dauerhaft beständig gegen die im Haushalt vorkommenden Lösungsmittel, Laugen und Säuren.

Wie wird das Abwasserrohr im Sanitär gereinigt? Welchen Service bieten Handwerker bei verstopften Abflussrohren?

Im Gepäck haben Handwerker hauptsächlich ein elektrisch betriebenes Rohrreinigungsgerät. Mit verschiedenen Fräsköpfen oder kurzen Ketten frisst es sich durch alles, was den Durchfluss behindert, wobei die Vermeidung einer Beschädigung der Rohrwandung ein gewisses Fingerspitzengefühl im Service erfordert. Zwischen den einzelnen Arbeitsgängen wird das Ende dann immer wieder herausgezogen, um es von allem zu befreien, was nicht in das Kanalrohr gehört.

Wie gelangt das Wasser über die Abwasserrohre zum Abfluss und was sind Rückstauklappen?

Das Wasser fliesst vom Sanitär in ein Kanalsystem, wo es anschliessend in einer Kläranlage behandelt wird. Dabei handelt es sich um rund 130 Liter Wasser pro Kopf, eine riesige Menge an verschmutztem Abwasser, das täglich abgeführt werden muss. Es stellt eine enorm hohe Anforderung an das Material dar und erfordert eine extrem gute Qualität. Um einen Rückstau zu verhindern, gibt es spezielle Rückstauklappen.

Wie funktioniert die Entwässerung von Gebäuden?

Diverse Verbindungsleitungen verknüpfen normalerweise die Abläufe und Siphons von Waschbecken, Badewanne und anderen Installationen mit dem Anschluss an ein Fallrohr, Erd- oder Sammelrohr oder an eine Abwasserhebeanlage. Ist ein Bodenablauf vorhanden, können die Entwässerungsabläufe im Haushalt über Verbindungsleitungen dort angeschlossen werden. Ein Anschlussrohr wird in der Regel über ein T-Stück im 45-Grad-Winkel an ein gemeinsames Sammelrohr angeschlossen. Ein Abzweig in einem Winkel von 30 bis 45 Grad ist dabei die beste Lösung, denn das Rohr sollte weder zu flach sein, noch genau senkrecht stehen. Bei der Belüftung des Abwassersystems hingegen geht es nicht nur um die Beseitigung von Gerüchen. Viel wichtiger für dessen Funktion ist der Druckausgleich im System. Alle Abwasserfallrohre müssen ausserdem mit einer Belüftung versehen sein.

Wieviel Gefälle hat ein Abwasserrohr?

Bei der fachgerechten Verlegung der Rohre muss man Gefälle und Winkel einhalten, da es sonst zu undichten Stellen oder zu Wasserstaus kommen kann. Fallrohre sind senkrecht oder bis zu 45 Grad geneigt verlegte Rohre, die durch eines oder mehrere Stockwerke innerhalb oder ausserhalb eines Hauses führen, über das Dach belüftet werden und das Abwasser einem Grund- oder Sammelrohr zuführen. Anschluss- und Sammelrohre werden in der Regel in einem Winkel von 87 Grad an das Fallrohr angeschlossen. Im 45-Grad-Winkel angeschlossen kann sich ansonsten bei grösseren Wassermengen im Fallrohr eine "Wasserglocke" bilden. Bei Fäkalien ist darauf zu achten, dass unterhalb der Einleitung derselben in ein Fallrohr keine weiteren Einleitungen an der Stelle angebracht werden, an der der Abwasserstrom schräg auf die Innenseite des Rohres trifft. Andernfalls kann der Aufprall des Wassers dazu führen, dass sich im Laufe der Zeit Ablagerungen ansammeln und zu einer Verstopfung führen. Bei zu starkem Gefälle besteht zudem die Gefahr, dass das Wasser über Ablagerungen und Feststoffe, die im KG verbleiben, schiesst und dieses verstopft. Das gleiche Problem besteht, wenn das Gefälle der Abflussrohre zu gering ist, da in diesem Fall die Kraft des Wassers nicht ausreicht, um Feststoffe wegzudrücken.

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